Von Analog zu Digital: Meinung einer Expertin aus der Seefahrt

July 31, 2019

Einige Vorgehensweisen sind heute wie früher wichtig für eine sichere und funktionierende Seefahrt. Die moderne digitale Brücke bietet jedoch Konnektivität und Dienste, die noch bis vor zehn Jahren unvorstellbar waren, erklärt Ourania Tampouratzi, Marine Consultant bei GNS.

Was als sicherheitsbasierte Initiative begann, die durch die Entscheidung der IMO, den Einsatz von ECDIS vorzuschreiben, vorangetrieben wurde, hat sich zu einem kontinuierlichen digitalen Trend entwickelt, mit neuen technologischen Fortschritten, die die Brücke als Arbeitsplatz optimieren und die Sicherheit und Einhaltung von Vorschriften verbessern.

Ich bin stolz darauf, ein Teil dieses Prozesses zu sein; in meiner Rolle bei GNS kann ich meine eigenen persönlichen Erfahrungen als Seefahrerin nutzen, um die Produkte und Dienstleistungen mitzugestalten, die moderne Seefahrer und Betriebsleiter jeden Tag nutzen.

Die Brücke an Bord hat sich im Laufe des Jahrzehnts, in dem ich in der Seefahrt tätig bin, stark verändert, und die Technologien, die heutzutage verfügbar sind, ebnen den Weg für immer weitere Veränderungen. Für mich ist das, was die digitale Transformation im Leben von Seeleuten am meisten verändert hat, die Art und Weise, wie Schiffe und Seefahrer mit der Außenwelt verbunden sind – sowohl mit Teams an Land als auch mit dem Rest der Welt.

Ich habe mein Studium an der Griechischen Marineakademie im Jahr 2010 abgeschlossen und bin anschließend als dritte Offizierin und später als zweite Offizierin auf See aktiv gewesen. In diesen Rollen bestand meine Hauptaufgabe darin, den Navigationsbeauftragten beim Navigationsbefehl zu unterstützen und das Schiff während meiner Wache zu steuern.

Dazu gehörten auch die Sicherstellung der Verfügbarkeit der neuesten Ausgaben aller elektronischen und papiergebundenen Navigationskarten und Publikationen sowie die Durchführung von Korrekturen aller Karten und Publikationen. Zudem habe ich täglich und wöchentlich Sicherheitstrainings für die Besatzung durchgeführt, die sich unter anderem auf Notfallverfahren, Brandbekämpfung und Übungen zur Aufgabe von Schiffen, Führung von Büroaufzeichnungen über Sicherheitszertifikate für die Besatzung und Aufgabenteilung an Nachwuchsoffiziere bezogen.

Auf See arbeitete ich eng mit dem Sicherheitsbeauftragten für Audits und Inspektionen im Hafenstaat, Flaggenstaat und der Klasse zusammen und war auch für Sicherheitsübungen für Passagiere und Besatzungen, die Aufgabe von Schiffsverfahren sowie für die Wartung und Inspektion von Feuerlöschausrüstung und Rettungsmitteln verantwortlich.

Der Fokus auf das Thema Sicherheit war stets von größter Bedeutung und auch sehr breit angelegt – so mussten eine Vielzahl an Aufgaben ohne landseitige Intervention bewältigen.
Heutzutage sind Schiffe nicht mehr von der Außenwelt abgeschnitten und somit auch nicht mehr von Daten, Unterstützung und Beratung isoliert. Stattdessen nehmen immer mehr Seeleute und landbasierte Teams an einem digitalen Ökosystem teil, das es ihnen ermöglicht, Informationen zwischen Schiff und Land so auszutauschen, dass die Einhaltung von Vorschriften, die Sicherheit und die Betriebseffizienz verbessert werden.

Die besten dieser Systeme sind so konzipiert, dass sie die schnelle Einführung neuer Technologien ermöglichen. Mit GNS Voyager zum Beispiel haben wir eine Reihe von ergänzenden Tools entwickelt, die alle zusammenarbeiten, um End-to-End-Lösungen und -Dienste bereitzustellen, die schiffs- und landgestützte Interessengruppen verbinden und Antworten liefern, auf deren Basis operative und weitere Entscheidungen getroffen werden können.

Voyager wurde sorgfältig und bewusst als modulares System aufgebaut, um es vollständig skalierbar zu gestalten. Es erfüllt die modernen Anforderungen an Themen wir Sicherheit, Compliance und Effizienz in der Schifffahrt und geht sogar noch darüber hinaus. Durch Investitionen in Kern- und Zukunftstechnologien konnten wir unser digitales Ökosystem aufbauen und stetig weiterentwickeln.

Cloud-Services, Datenanalyse und -management sowie Cybersicherheit stehen für uns im Mittelpunkt. Vor allem unsere Expertise in der Datenanalyse schafft nun Mehrwerte in Bereichen wie Einkaufsmanagement, Performance Management und zunehmend Benchmarking sowie kommerzielle Entscheidungen.

Eines der Alleinstellungsmerkmale für GNS in einem vielfältigen Markt wie der Schifffahrt ist unsere Fähigkeit, Daten zu analysieren. Seit 2015 sammeln wir Daten und können jedes Schiff der Welt mit ganz eigenen Augen betrachten. Voyager ist wie ein Fenster zu diesen Daten und bietet unseren Kunden ein einzigartiges Maß an Informationen, Einblicken und Transparenz – sowohl auf der Brücke als auch an Land.

In der Schifffahrt waren Beziehungen schon immer sehr wichtig. Früher musste man sich darauf verlassen können, dass ein Kartenanbieter einem die neuesten Papierkarten und Publikationen immer genau dorthin schickte, wo man sie brauchte. Wenn ein Kartenanbieter einen enttäuschte, steckte man entweder im Hafen fest oder war auf die Gnade lokaler Lieferanten angewiesen.

Im modernen digitalen Zeitalter sind Zuverlässigkeit und Vertrauen gleichermaßen wichtig, aber aus anderen Gründen. Im digitalen Zeitalter benötigen Sie robuste Systeme, auf die Sie sich verlassen können, und Sie benötigen einen rund um die Uhr verfügbaren Service und Support für diese Systeme.

Bei GNS verstehen wir uns als ein Partner, der anderen dabei hilft, Innovationen voranzutreiben. Deshalb unterstützen wir unsere Kunden mit den Dateneinblicken, die sie benötigen, um sicher und effizient zu arbeiten. Schließlich wachsen auch wir, wenn unsere Kunden neue Technologien in großem Maßstab einsetzen, konsumieren und nutzen, um nachhaltige Auswirkungen zu erzielen.

Um auf einem sich ständig verändernden Markt wettbewerbsfähig zu bleiben, muss man sich stark auf seine Kunden konzentrieren. Bei meiner Arbeit verbringe ich viel Zeit mit Kunden, höre mir ihre Sorgen an und gehe proaktiv auf ihre Bedürfnisse ein.

Wir haben viel Zeit und Arbeit investiert, um Voyager und unsere Datenbestände modular und skalierbar aufzubauen. Dadurch können wir sehr schnell auf Kundenbedürfnisse reagieren und jedes Produkt entwickeln, ändern und aktualisieren.

Es ist eine aufregende Zeit für die Schifffahrtsindustrie: Viele Dinge ändern sich, und die Geschwindigkeit dieses Wandels nimmt ständig zu. Ich denke, eine engere Zusammenarbeit zwischen Unternehmen in der Schifffahrt und ihren Lieferanten wird Kunden nur auf lange Sicht zugutekommen.