Sechs Möglichkeiten, im Jahr 2020 weniger auszugeben und mehr Wert zu schaffen

December 6, 2019

Von Hayley van Leeuwen, Director of Product, Global Navigation Solutions

Es dürfte nur wenige Flottenmanager oder Schiffsbeauftragte geben, die nicht nach Möglichkeiten suchen, Kosteneinsparungen gegenüber dem Vorjahr zu erzielen, je näher wir dem Jahr 2020 kommen.

Die steigenden Kosten für die Einhaltung von Vorschriften – insbesondere der neue Treibstoffstandard IMO2020 – sowie kurzfristige Handelsbeschränkungen und die Notwendigkeit verstärkter Investitionen in die Überwachung und Steuerung der Schiffsleistung werden die Margen weiterhin unter Druck setzen.

Ein Mangel an Kenntnissen darüber, wo Ausgaben am unrentabelsten sind, ist oft einer der Faktoren, die Reedereien daran hindern, die Vorteile von Lösungen zur Kosteneinsparung zu nutzen. Häufig entsteht der Eindruck, dass die Zeit, die in die Analyse des ROI neuer Technologien oder Dienstleistungen investiert wird, jegliche Gewinne, die erzielt werden könnten, zunichte macht.

Doch jetzt, da die Schifffahrtsindustrie in eine Ära eintritt, in der langjährige Effizienzschwächen gegen Leistungssteigerungen getauscht werden, sind solche Erkenntnisse von entscheidender Bedeutung. Nicht immer bedarf es dabei einer Analyse, sondern vielmehr der Identifizierung der Bereiche, in denen Werte verloren gehen, und wie diese Schwachstellen angegangen werden können.

Als vorzeitiges Weihnachtsgeschenk für eine Branche, der das neue Jahr schon jetzt Kopfzerbrechen bereitet, haben wir ein halbes Dutzend Tipps zusammengestellt, die Ihnen ganz einfach dabei helfen, im Jahr 2020 Kosten einzusparen.

Navigieren Sie Ihre Ausgaben für Seekarten
Wenn Ihre Flotte mit ECDIS und ENCs navigiert, erwerben Ihre Schiffe mit großer Wahrscheinlichkeit mehr ENCs, als sie jemals tatsächlich benötigen oder nutzen. Unsere Daten zeigen, dass selbst die besten Reedereien zu viel für digitale Navigationsmittel ausgeben, teilweise in recht erstaunlichen Größenordnungen.

In manchen Monaten finden bis zu 90 Prozent der ENCs, die von Schiffen eingekauft werden, keine Verwendung. Ein konkretes Beispiel für diese Art von unnötigen Ausgaben: Ein Schiff erwarb im Juni 2019 Seekarten im Wert von 938 US-Dollar, und als diese ihre Gültigkeit verloren, waren ganze 900 US-Dollar noch immer ungenutzt. Offensichtlich haben wir dieses Beispiel anonymisiert, um dem Reeder die Peinlichkeit zu ersparen.

Durch eine genauere Beschaffung mit routenbasierten Bestellfunktionen, die pünktliche Bereitstellung von ENC-Zulassungen an Bord, die laufende Überwachung der ENC-Einkäufe und der Nutzung durch landgestützte Managementteams ergeben sich hier erhebliche Kosteneinsparpotenziale.

Kaufen Sie nur das, was Sie wirklich benötigen
Eine der besten Möglichkeiten, im Jahr 2020 unmittelbar Geld zu sparen, ist die Umstellung auf Navigationsdaten zum Einkaufspreis.

Die von GNS seit dem Jahr 2015 gesammelten Daten zeigen eine endemische Überschreitung der Ausgaben, insbesondere für ENCs, durch die in der Schifffahrtsindustrie jedes Jahr viele tausend Dollar an Einsparungen verloren gehen.

Im digitalen Zeitalter sieht GNS im Einsatz von Software und Analytik eine neue Möglichkeit für mehr Transparenz. So können Bestellungen genauer geplant und Überkapazitäten beseitigt werden, was gleichzeitig für höhere Kosteneinsparungen sorgt.

Die Beschaffung von Navigationsgeräten zum Einkaufpreis reduziert Ihre Kosten unmittelbar; so schätzen wir, dass Reedereien bei einer Rechnung über 10.000 US-Dollar pro Schiff im nächsten Jahr ganz einfach bis zu 3.000 US-Dollar sparen könnten.

Wo ist mein Schiff?
Viele Reedereien zahlen jährlich einen bestimmten Betrag für Tracking-Services, um die Positionen ihrer Schiffe in ihren Büros überwachen zu können. So können ein besseres Situationsbewusstsein geschaffen und die richtigen Entscheidungen gefördert werden.

Heutzutage, da viele Anbieter in der Seefahrt Tracking-Lösungen bereits in ihre standardmäßige Produktpalette aufgenommen haben, ist es nicht mehr notwendig, diesen Service unabhängig von anderen Dienstleistungen zu bezahlen.

Sie werden sich ein wenig auf dem Markt umsehen müssen, um sicherzustellen, dass Sie ähnliche Produkte in Bezug auf die Abfragefrequenz und andere Funktionen finden. Der Aufwand lohnt sich jedoch und kann Einsparungen von bis zu 500 US-Dollar pro Schiff und Jahr bringen.

Die Kommunikation unter Kontrolle
Die Kommunikation ist und bleibt der bevorzugte Prügelknabe der Reederei, obwohl einige Schätzungen davon ausgehen, dass sie etwa ein Prozent des täglichen Betriebsvolumens ausmacht. Fakt ist, dass Anrufe vom Festnetz an Land aus zum Schiff sehr teuer sein können.

Ein mit VSAT ausgestattetes Schiff kann durchaus VoIP für die meisten Anrufe verwenden. Wenn sich Ihre Schiffe jedoch in den +/-60 Prozent befinden, in denen es noch kein VSAT gibt, und entweder aus dem Festnetz oder aus dem Mobilfunknetz anrufen, zahlen Sie möglicherweise Gesprächskosten in Höhe von 6 bis 11 US-Dollar pro Minute, je nachdem, in welchem Teil der Welt Sie sich befinden.

Digitale Schiffsanrufdienste ermöglichen es Nutzern, L-Band-Endgeräte gegen eine fixe Pauschalgebühr von überall auf der Welt aus anzurufen. Die Anrufqualität ist hervorragend und die Bedienung unglaublich einfach: Gehen Sie einfach online, erstellen Sie ein Konto, laden Sie Ihr Guthaben auf und sparen Sie direkt bei Telefonaten.

Reedereien können ein Firmenkonto einrichten und monatlich bezahlen, genauso wie eine Handyrechnung.

Weniger Bargeld bedeutet kleinere Rechnungen
Was ist eigentlich mit dem Thema Geld an sich? Während ein Großteil der Industrienationen zunehmend bargeldlos und kontaktlos agiert, halten die meisten Reedereien immer noch große Mengen an Bargeld an Bord ihrer Schiffe, um für Nebenkosten und Ausgaben aufzukommen.

Das Senden von Bargeld an Schiffe und das Auffüllen von Konten ist nicht nur riskant, sondern auch sehr kostspielig. Einige Schiffsmakler in einigen Ländern erheben für Cash-to-Master-Dienste bis zu sechs Prozent, ganz zu schweigen von Wertverlusten bei Wechselkursen und anderen versteckten Gebühren.

Oftmals bedeutet dies auch, dass Reedereien riesige Mengen an Bargeld in den Safes ihrer Schiffe aufbewahren, die auf einem Bankkonto Zinsen einbringen könnten. All das Geld macht es auch schwierig, den Überblick zu behalten, was ausgegeben wird und von wem.

In Zusammenarbeit mit unserem Partner Caxton FX haben wir gezeigt, dass es möglich ist, eine kostengünstigere, sicherere, transparentere und einfachere Art der Verwaltung von Schiffsbargeld anzubieten.

Bleiben Sie in Form
Weihnachten steht vor der Tür. Für viele von uns bedeutet das schon jetzt den Kampf gegen die zusätzlichen Pfunde. Das neue Jahr ist der richtige Moment für Vorsätze, und eine schlankere Linie steht bei den meisten Menschen an oberster Stelle.

In den vergangenen Jahren ist in der Schifffahrt viel über Effizienzsteigerungen durch optimierte Verschlankungsmaßnahmen geredet worden. Die meisten Optionen erfordern immer noch erhebliche Vorleistungen für Sensoren und andere Bordausrüstungen, die angesichts der aktuellen Wirtschaftslage für die meisten Reedereien schwer zu rechtfertigen sein dürften – trotz der möglichen Treibstoffeinsparungen, die sie erzielen können.

Das geschieht noch vor dem internen Prozess des Verstehens und Interpretierens der resultierenden Daten, an dessen Ende Sie möglicherweise feststellen werden, dass Sie diese nicht einfach so nach Ihren Wünschen teilen können.

Mittlerweile gibt es jedoch ein paar wesentlich kostengünstigere Optionen wie Trim Advisor vom niederländischen Start-up-Unternehmen Rensmarine, das auf einem reinen Software-Modell basiert, um die optimale Trimmung pro Reise zu berechnen.

Flotten können den Dienst unverbindlich testen, um seine Effektivität vor dem Kauf zu bewerten. Ohne finanzielles Risiko und mit erheblichen potenziellen Kraftstoffeinsparungen ist dies eine Option, über die Reedereien so kurz vor Weihnachten nicht lange nachdenken müssen.