Reedereien brauchen bessere Informationen, um Sicherheitsrisiken zu bewältigen

November 22, 2018

Piraterie, bewaffnete Raubüberfälle und weitere Verbrechen in der Seefahrt stellen trotz eines offensichtlichen Rückgangs von Schiffsentführungen nach wie vor ein erhebliches Risiko für die Schifffahrtsindustrie dar. Die jüngsten Zahlen des International Maritime Bureau (IMB) Piracy Reporting Center für die ersten neun Monate des Jahres 2018 zeigen, dass der Bedarf an proaktivem Schutz nach wie vor hoch ist.

Laut IMB sind Angriffe auf Schiffe durch Piraten in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich gestiegen. Insgesamt wurden 156 Vorfälle gemeldet, verglichen mit 121 im Jahr 2017.

Die bessere Nachricht ist, dass dieses Jahr zum ersten Mal seit 1994 in zwei aufeinander folgenden Quartalen keine Schiffsentführungen gemeldet wurden. Es kommt jedoch nach wie vor zu solchen Vorfällen, wobei die Anzahl der Besatzungsmitglieder in Geiselhaft 2018 im Vergleich Vorjahreszeitraum von 80 auf 112 gestiegen ist.

IMB-Direktor Pottengal Mukundan begrüßte die gesunkene Anzahl an Entführungen im zweiten und dritten Quartal, sagte jedoch, dass Vorfälle von Seepiraterie und bewaffnetem Raubüberfall weiterhin besorgniserregend seien. „Wir fordern die Regierungen weltweit dringend auf, die aktuell verfügbaren Daten des IMB Piracy Reporting Center zu nutzen, um die Ressourcen auf diese Hotspots zu konzentrieren.“

Weltweit ist der Golf von Guinea weiterhin der Brennpunkt, auf den mehr als ein Drittel der gemeldeten Vorfälle entfallen. Die meisten von ihnen wurden in und um Nigeria gemeldet, wobei die Anzahl der vor Ghana entführten Schiffe spürbar zugenommen hat.

Zwischenfälle in anderen Regionen, einschließlich einiger lateinamerikanischer Länder, beschränken sich größtenteils auf Gelegenheitsdiebstahl. Mukundan ist der Ansicht, dass nicht nur Flaggen- und Hafenstaaten oder Reedereien dafür verantwortlich sind, sondern auch Schiffsführer. Sie müssen jeden kriminellen Vorfall melden, da Verbrechen nur dann vorgebeugt werden kann, wenn man weiß, dass sie überhaupt stattfinden.

Das Risiko für Seefahrer und maritime Anlagen ist nach wie vor viel zu hoch, jedoch verfügen Reedereien über die erforderlichen Werkzeuge, um diese zumindest einigermaßen zu managen. Dieser Prozess lässt sich jetzt noch einfacher in die Reiseplanung integrieren.

GNS hat das Netzwerk des Voyager HUB mit Anwendungen von Drittanbietern über viele Jahre hinweg aufgebaut und kürzlich durch eine Erweiterung von Risk Intelligence aus Dänemark ergänzt. In einer Zeit, in der alle Arten von Sicherheitsrisiken relevant sind, können Benutzer des Voyager HUB rund um die Uhr auf das Risk Intelligence Portal zugreifen, um dort Updates zu erhalten.

Risk Intelligence wurde 2001 von Hans Tino Hansen gegründet und hat sich zu einem führenden Anbieter von Sicherheits-Risikomanagement-Services entwickelt, indem es seine Bedrohungs- und Risikoeinschätzungen weltweit durchführt. Das Risk Intelligence Portal wurde im Jahr 2008 zur Überwachung von Bedrohungen im gesamten Schifffahrtsbereich, auf See und in 200 Häfen eingerichtet. Die Vereinbarung soll den Zugriff auf den HUB für Seeleute nun zusätzlich erweitern.

Der derzeitige Kundenstamm macht ungefähr zwölf Prozent der gesamten weltweiten Handelsflotte aus. Das Risk Intelligence System meldete weltweit zwischen Juni 2017 und Juni 2018 insgesamt 2.346 Bedrohungen und Risikobewertungen.

Jan Michelsen von Risk Intelligence erklärt, dass die meisten Abonnenten an Land arbeiten und Informationen an Schiffe weiterleiten, sobald diese empfangen wurden. Mit dem Voyager HUB gelangen die neuesten Informationen sofort in die Hände von Seeleuten.

„Unser System wird bereits von vielen Verwaltungsunternehmen an Land eingesetzt, aber wir denken, dass es auch bei der Planung von Fahrten und während der Reise an Bord eines Schiffes eine wichtige Rolle spielt. Immerhin sind es die Menschen an Bord, die am Ende von den Risiken betroffen sind, also benötigen sie alle Informationen, die sie bekommen können.“

Ein typisches Szenario könnte wie folgt aussehen: Die Überfahrt ist geplant und Faktoren wie Gezeiten-, Strom- und Wetterdaten werden berücksichtigt, das Schiff soll jedoch durch ein für Piraterie bekanntes Gebiet oder eine andere Hochrisikozone geleitet werden.

„Die Route mag kürzer sein, aber das ist nicht immer eine gute Idee,“ fügt er hinzu. „Durch die Zusammenarbeit mit GNS können Routing-, Chart- und Wetterservices bereitgestellt werden, während wir eine Überlagerung für Sicherheitsrisiken liefern.“

Risk Intelligence verwendet eine Kombination von Berichten aus direkten lokalen Quellen, eigenen Vor-Ort-Analysten und einem großen internationalen Intelligence-Netzwerk. Es überwacht zudem zahlreiche Kanäle, einschließlich sozialer Medien, um die Aktivitäten krimineller Gruppen zu verfolgen.

Zu den Kunden gehören unter anderem die fünf größten Erdölgesellschaften der Welt und einige der weltweit größten Schifffahrts- und Offshore-Gesellschaften sowie Versicherungen, Klassifikationsgesellschaften und Schiffseignerverbände.

Michelsen sagt, die Versicherungs- und Schadenverhütungsgemeinschaften sind zunehmend daran interessiert zu erfahren, wie weit Reedereien gehen, um sich über Risiken zu informieren und Schutzmaßnahmen zu ergreifen. Business-Intelligence-Tools können die Piraterie nicht ausrotten, aber die Nutzung dieser Tools für eine bessere Vorbereitung und Planung kann dabei helfen, Risiken und Bedrohungen zu minimieren.

Eine kostenlose Testversion von Risk Intelligence für Nutzer des GNS Voyager HUB finden Sie unter https://riskintelligence.eu/free-trial-offer